Infobrett

Wichtiges zum Waffenrecht


Bedürfnis für Sportschützen (§ 14 WaffG)
Alle wichtigen Informationen
Grüne Waffenbesitzkarte (WBK) – Bedürfnis für den Erwerb (§ 14 Abs. 2 und 3 WaffG)
• Mindestens 12-monatige Mitgliedschaft in einem Schießsportverein, der einem anerkannten Schießsportverband angehört, sowie regelmäßige Ausübung des Schießsports.
• Die Voraussetzungen zum Erwerb, insbesondere der Begriff „regelmäßig“, sind nun in Abs. 3 neu und klarer gefasst: Nr. 1: Schießsport muss 12 Monate in einem mit erlaubnispflichtigen Schusswaffen betrieben werden. Nr. 2: Schießsport in den letzten 12 Monaten mindestens a) einmal im ganzen Monat oder b) 18 Mal insgesamt.
• Die Waffe muss für die Sportdisziplin nach der Sportordnung des DSB oder der Landesverbände (Liste B) zugelassen und erforderlich sein. Beide Voraussetzungen sind durch eine Bescheinigung des Verbandes glaubhaft zu machen. Dies gilt für bis zu 3 halbautomatischen Langwaffen und bis zu 2 Kurzwaffen.
• Weitere Waffen können erworben werden, wenn sie zur Ausübung weiterer Disziplinen benötigt werden oder zur Ausübung des Wettkampfsports erforderlich sind und der Verband dies bescheinigt. Voraussetzung für die Überschreitung dieses „Regelkontingents“ ist die regelmäßige Teilnahme des Antragstellers an Schießsportwettkämpfen.

Grüne Waffenbesitzkarte (WBK) – Bedürfnis zum Besitz (§ 14 Abs. 4 WaffG i.V.m. § 4 Abs. 4 WaffG)
• Überprüfung des Fortbestehens des Bedürfnisses generell alle 5 Jahre (§ 4 WaffG) – bisherige 3-Jahresüberprüfung nach Erteilung der ersten waffenrechtlichen Erlaubnis entfällt
• Nach 5 und 10 Jahren nach der ersten waffenrechtlichen Erlaubnis wird überprüft, ob das einmal erteilte Bedürfnis noch fortbesteht.
• Dazu muss der Waffenbesitzer pro Waffengattung (Kurz- / Langwaffe) nachweisen, dass er mit einer eigenen erlaubnispflichtigen Waffe den Schießsport betrieben hat.
• Dies ist dann gegeben, wenn in den letzten 24 Monaten vor dem Überprüfungstermin mindestens einmal pro Quartal oder sechsmal pro Jahr entsprechend Schießaktivität nachgewiesen wird.
• 10 Jahren nach der ersten waffenrechtlichen Erlaubnis wird das Fortbestehen des waffenrechtlichen Bedürfnisses durch eine Bescheinigung des Schützenvereins bzw. Landesschützenverbandes durch das Fortbestehen der Mitgliedschaft des Sportschützen nachgewiesen.
• § 15 Abs. 1 Nr. 7 b) WaffG: Verpflichtung der Vereine, einen Nachweis der Häufigkeit der schießsportlichen Aktivitäten jedes ihrer Mitglieder zu führen.


Gelbe Waffenbesitzkarte (WBK) – (§ 14 Abs. 6 WaffG)
• Eine unbefristete Erlaubnis wird erteilt zum Erwerb von Einzellader-Langwaffen, Repetier-Langwaffen mit gezogenen Läufen, einläufige Einzellader-Kurzwaffen für Patronenmunition, mehrschüssige Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchen Zündung (Perkussionswaffen), die auf die sog. Gelbe WBK eingetragen werden.
• Innerhalb von 6 Monaten dürfen nicht mehr als 2 Schusswaffen erworben werden.
• Nach der Waffenrechtsänderung zum 01.09.2020 ist die maximale Anzahl von Waffen auf der gelben WBK begrenzt auf 10 Waffen.
• Alte Gelbe WBK genießen Bestandsschutz, d.h., die Erlaubnis gilt für die eingetragene Anzahl, solange der Besitz besteht (§ 58 Abs. 22 WaffG).


Bogenschießen

Zur kälteren Jahreszeit auf dem 25m Pistolen-Stand

Zur wärmeren Jahreszeit auf dem Dach im Freien

Trainingszeiten Mittwoch und Samstag

2 Rechts-Bögen, 1 Links-Bogen sowie ein Jugend-Bogen
sind im Schützenhaus vorhanden!
 

Schützenvereine nach Winnenden erneut im Visier der Öffentlichkeit

Kontroverse Diskussion um Waffengesetze erregt die Gemüter

Der Schock nach Winnenden sitzt tief und wirft viele Fragen auf. Im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stehen einmal mehr die Waffengesetze sowie die Schützenvereine. Wäre die Tat mit noch schärferen Gesetzen zu verhindern gewesen? Über den Tatvorgang wurde detailliert berichtet und von verschiedenen Seiten beleuchtet, doch wie gehen Schützenvereine mit Kritik und Forderungen nach dem Amoklauf um? Oberschützenmeister Gerhard Horchheimer, aktive Schützen und weitere Funktionäre trafen sich im Schützenhaus Dilsberg zu einer konstruktiven Diskussionsrunde.

In einem Interview forderte Grünen-Politiker Fritz Kuhn Schützenvereine auf, dafür Sorge zu tragen, dass Mitglieder ihre Waffen sicher verwahren. Dieser Verantwortung kommen die Vereine jedoch schon längst nach. Deutschland besitzt die schärfsten Waffengesetze der Welt wusste Schießleiter Jürgen Luttenberger, für sportliche Belange der wichtigste Mann im Verein und berichtete, dass jeder Schütze für seine Waffe verantwortlich ist, differenziert festgelegte Vorschriften beachten sowie deren Einhaltung nachweisen muss. Kurz- und Langwaffen müssen in einem sicheren Tresor separat von der Munition aufbewahrt werden. Für Erwin Lanzer, Geschäftsführer des mitgliederstärksten Schützenvereins im Kreis IV, ist es unverständlich, wie man eine Waffe auf dem Nachttisch liegen lassen kann.

Das Waffenamt des Landratsamts lässt sich die ordnungsgemäße Verwahrung durch Belege bestätigen und kontrolliert nach Voranmeldung die korrekte Umsetzung. Einstimmig waren die Teilnehmer davon überzeugt, dass sich jeder vernünftige Schütze an die Regeln im Umgang mit den Waffen hält. Es ist längst alles klar geregelt findet auch Eduard Kissmann, seit 1973 Vereinsmitglied und aktiver Schütze, jede Waffe ist registriert und wie ein Fingerabdruck. Der Vorschlag zukünftig Waffen in Schützenheimen zentral zu lagern, wie teilweise gefordert, löste Entrüstung aus und wurde als unrealistisch eingestuft, denn Schützenhäuser sind kein Sicherheitstrakt.

Der Deutsche Schützenverband bemängelt zu Recht die negative Berichterstattung der Medien, stellte Michael Keller als aktiver Schütze und ehemaliger Jugendtrainer in Meckesheim fest. Der Schießsport sei kein attraktiver Öffentlichkeitssport, über Wettkämpfe wird kaum berichtet. Die Art und Weise wie Medien mit der Ahnungslosigkeit der Bevölkerung umgehen, erstaunt die Insider. Da wird die Erhöhung des Mindestalters für Waffenbesitz von 18 auf 21 Jahre in Finnland als beispielhaft gelobt, dabei besteht diese Altersbeschränkung bei uns schon längst. Die Deponierung von 4.500 Schuss Munition ist für Laien eine immense, kaum nachvollziehbare Zahl, für aktive Schießsportler jedoch durchaus nicht ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass mit der Sportpistole pro Abend ca. 200 Schuss abgegeben werden und drei Mal pro Woche trainiert wird.

Mit besonderer Sorgfalt achten Schützenvereine auf den Jugendbereich. Erste Jugendleiterin Sandra Bellem  berichtet, dass diese Sportart von Jugendlichen ab 12 Jahren mit dem Luftgewehr ausgeübt werden darf. Um ins Schwarze zu treffen ist Konzentration gefragt, da heißt es ruhig bleiben und abschalten, wie es auch für hyperaktive Kids gut wäre. In Frankreich wurde der Sport speziell zur Konzentrationsförderung an Schulen eingeführt. Beim Dilsberger Schützenverein sind aktuell 30 Jugendliche gemeldet, die von der 2. Jugendleiterin Annett Müller bei Versammlungen im Kreis vertreten werden. Von den aktiven Jugendlichen nahmen Manuel Blum, Kevin Neidig und Alina Beckenbach an der Gesprächsrunde teil und berichteten, dass ihr Interesse für diesen Sport durch Informationen und Probeschießen am „Tag der offenen Tür“ geweckt wurde. Seitdem absolvieren sie fleißig, das durch zertifizierte Ausbilder geleitete Training und bestreiten inzwischen erfolgreich Wettkämpfe. Die Waffe ist für sie ein reines Sportgerät und keine Tötungswaffe.

Für den legalen Waffenerwerb ab 21 Jahre sind drei Faktoren erforderlich, Zuverlässigkeit (Abfrage des zentralen staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregisters), Bedürfnis (Bestätigung durch den jeweiligen Schießsportverband), Waffen- und Sachkundeprüfung (Landesverband). Die Sachkundeprüfung umfasst einen Katalog von 141 Seiten mit Fragen im Multiple-Choice-Verfahren, wie beispielsweise: Wie sind Waffen zu sichern? Was ist beim Aufbewahren von Waffen und Munition zu beachten? Schützenvereine verfügen über qualifiziertes Personal, so muss der Schießsportleiter eine Ausbildung mit Vorstufenqualifikation ablegen, die alle fünf Jahre fällig ist. Die Jugendleiterausbildung basiert auf vier Modulen, vermittelt unter anderem pädagogische Fertigkeiten um Jugendliche zu führen und schließt mit einer Prüfung ab. Der Schützenverband bietet breitgefächerte individuelle Lehrgangsprogramme an und Funktionäre stecken viel Freizeit in eine fundierte Ausbildung, denn es geht nicht nur ums Schießen, sondern um Verantwortung insbesondere für die Jugend.

„Wir haben das beste Waffengesetzt auf der Welt, man muss es nur anwenden.“, dieser Aussage des Politikers Wolfgang Schäuble stimmten die Gesprächsteilnehmer zu. Bleibt als Resümee die Feststellung: Schützenvereine sind sich ihrer Verantwortung bewusst, gehen diszipliniert und zuverlässig mit Waffen und Munition um. Das Problem sind nicht die Gesetze, sondern fahrlässige Ausnahmen von Einzelnen.

Abschließend zitierte ein nachdenklicher Schießleiter Benjamin Franklin, „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“